Kulturabend ein großartiger Erfolg

Der diesjährige Kulturabend in der Aula übertraf alle Erwartungen: Bereits vor Beginn zeigte Francisco Guajardo Toro aus dem 11er Jahrgang, dass er in punkto Gitarrenspiel und Gesang Einiges zu bieten hat: Er gab selbstgeschriebene Songs zum Besten und wurde mit frenetischem Beifall belohnt. Zu Recht.

Den Theaterauftakt machte die 7er KoKu-Gruppe: Sie präsentierte mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit die Vorstellung, dass technische Geräte menschliche Gefühle und Gedanken hegen können – erstaunlich, was uns etwa eine Kaffee- oder Geschirrspülmaschine zu sagen hätte! Die Schüler des KoKu-Kurses 10 lieferten sich ein Tanzduell auf der „Multikulti-Klassenfahrt“, das – natürlich – am Ende alle gewannen. Ein mitreißender Beitrag! Ruhiger ließen es im Anschluss die 9er angehen: Mit einer beeindruckenden Präzision stellten sie Lautgedichte vor – zum Teil selbstgeschriebene - die sie verwirrend sinnentfremdet inszeniert hatten. Wo trifft man schon Ernst Jandls „Schtzngrmm“ beim Friseur?

Nahtlos ging es weiter mit den DS-Kursen der MSS: Der erste 11er-Kurs brachte in einer sehr gelungenen Darbietung die aktuelle Situation von Tausenden Flüchtenden aus Kriegsgebieten auf die Bühne. Verschiedene Sequenzen zeigten uns Zuschauern eindringlich und ungeschminkt die Realität vor unserer Haustür: Ein Mann in Syrien, der Frau und Baby verlässt, um nach Deutschland zu fliehen, gestrandete Menschen auf Booten und Skrupellose, die mit dem Elend anderer Geld verdienen. So muss es sich abspielen. Täglich.

Der zweite 11er Kurs stellte eine aktuelle Diskussion in den Fokus: Was darf Theater, was darf Satire? Wo hört der Spaß auf und beginnt der Ernst? Muss der Theaterschaffende Rücksicht auf den Zuschauer nehmen? Warum fühlen sich viele Einwohner eines Staates persönlich beleidigt, wenn ihr Staatsoberhaupt in einem Gedicht verunglimpft wird? Wie weit geht die Pressefreiheit? Was darf in einer Demokratie erlaubt sein? Eine Diskussion, die nicht nur sachlich geführt wird…

Den krönenden Abschluss bildete die DS-Gruppe des 12er Jahrgangs: Souverän, sprachlich stimmig und mit einem großen Repertoire an Emotionen brachte der Kurs seine Idee auf die Bühne: Zwei Wissenschaftlerinnen, die mit und in den Köpfen machtvoller Politiker experimentieren und dabei versehentlich den 3. Weltkrieg auslösen: Grandios. Während die Köpfe von Merkel, Trump, Putin und Erdogan nach Herzenslust manipuliert werden, taucht plötzlich eine Gestalt aus dem letzten Jahrtausend auf: Er stellt sich in unverkennbarer Stimmlage als Vertreter des 3. Reiches vor und meint, er säße selbstverständlich „ganz rechts außen“. Eine tolle Leistung von allen Beteiligten! Das Stück mutet lustig an, das Lachen bleibt einem allerdings im Halse stecken: Zu viel Wahrheit im Jahre 2016.

 

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